»Nichts ist dem Menschen so unerträglich, wie in einer völligen Ruhe zu sein, ohne Leidenschaft, ohne Tätigkeit, ohne Zerstreuung, ohne die Möglichkeit, sich einzusetzen. Dann wird er sein Nichts fühlen, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unablässig wird aus der Tiefe seiner Seele die Langeweile aufsteigen, die Niedergeschlagenheit, die Trauer, der… Langeweile weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
Einbahnstraße
»In einer Liebe suchen die meisten ewige Heimat. Andere, sehr wenige aber das ewige Reisen. Diese letzten sind Melancholiker, die da Berührung mit der Muttererde zu scheuen haben. Wer die Schwermut der Heimat von ihnen fern hielte, den suchen sie. Dem halten sie Treue. Die mittelalterlichen Komplexionenbücher wissen um die Sehnsucht dieses Menschenschlages nach weiten… Einbahnstraße weiterlesen
Schwermut
»Die Schwermut kann vieles, alles, Wunderbares, ja sie tut unaufhörlich Wunder, der Mensch darf sie nur nicht, um keinen Preis mit einem anderen Menschen teilen, denn die Schwermut ist der Widerspruch des Menschen mit sich selbst. Die Menschen können sich in der Liebe, im Hass, im Glauben, im Zweifeln einen, aber niemals in der Schwermut,… Schwermut weiterlesen
Ruhelose Gespenster
»Warum begleitet Trauer fast immer die Erinnerung an eine vergangene Liebe?« – Manfred Köhler
Leben um zu sterben
»Auch das unumstößliche Wissen um die Begrenztkeit, die Endlichkeit des Lebens bewahrt uns nicht vor Gefühlen von Hilflosigkeit, Schrecken, Ohnmacht und einer sinnentleerten Hoffnungslosigkeit.« – Manfred Köhler
An anderen Orten
»Der Reichtum einer Seele ist an die Orte gebunden, die man in seinem Leben gefunden hat. Man sucht sich selbst in diesen Orten.« – Manfred Köhler
Destination
»Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und breit.« – Franz Kafka
Rites de passage
»Rites de passage – so heißen in der Folklore die Zeremonien, die sich an Tod, Geburt, an Hochzeit, Mannbarwerden etc. anschließen. In dem modernen Leben sind diese Übergänge immer unkenntlicher und unerlebter geworden. Wir sind sehr arm an Schwellenerfahrungen geworden. Das Einschlafen ist vielleicht die einzige, die uns geblieben ist. (Aber damit auch das Erwachen.)… Rites de passage weiterlesen
Gipfeln
»Kann man überhaupt vom Tode reden, ohne von der Erfahrung der Agonie durchdrungen zu sein? Der Tod kann kaum begriffen werden, wenn das Leben nicht als langwieriger Todeskampf empfunden wird, in dem der Tod mit dem Leben verwächst. Der Tod ist nicht etwas Äußerliches, vom Leben ontologisch Verschiedenes, denn ein vom Leben unabhängiger Tod kann… Gipfeln weiterlesen
Aporetik
»Was wir den Menschen nennen, ist in Wahrheit das aporetische, das ausweglose Lebewesen. Er ist das Wesen, das aus sich selbst etwas anderes machen muß, als es ist, um seine Ausweglosigkeit zu ertragen. Die Menschwerdung ist nur als der Ausweg zu begreifen, den sich das ausweglose Tier auf seiner Flucht nach vorn gebahnt hat. Insofern… Aporetik weiterlesen