»Der Mensch ist ein Geschöpf der Vernunft, und darum betrinkt er sich, sagt Byron. Aber die Wahrheit ist, daß der Mensch sich für ein Geschöpf der Vernunft hält, und darum muß er allein von allen Geschöpfen sich notwendigerweise betrinken. Warum? Weil er sich aus der eigenen Vernunft ein Gefängnis gebaut hat, aus dem er manchmal… Trunkenheit weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
Unbekannte
»Ich will auch keinen Brief mehr schreiben. Wozu soll ich jemandem sagen, dass ich mich verändere? Wenn ich mich verändere, bleibe ich ja doch nicht der, der ich war, und bin ich etwas anderes als bisher, so ist klar, dass ich keine Bekannten habe. Und an fremde Leute, an Leute, die mich nicht kennen, kann… Unbekannte weiterlesen
Genesis der Niedertracht
Sicherlich
»Der Mensch, der bereit ist seine Freiheit aufzugeben, um Sicherheit zu gewinnen, wird beides verlieren.« – Benjamin Franklin
Verflossen
Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen, April und Mai und Julius sind ferne Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne! – Friedrich Hölderlin
Erleuchtung
»Erleuchtung findet nicht, wer sich Lichtfiguren vorstellt, sondern wer sich die Dunkelheit bewusst macht.« – Carl Gustav Jung
Grandezza
»Die Schönheit des Sonnenuntergangs begreift man nicht, solange man die Sonne und die Wolken, den Himmel und den Horizont begutachtet. Denn Schönheit ist kein ‚Ding‘, sondern eine besondere Weise des Sehens.« – Anthony de Mello, Eine Minute Unsinn
Analphabetisch
»Wir machen es uns nicht bewußt, aber unser Reichtum gegenüber dem Analphabeten (oder dem, der zwar lesen gelernt hat, aber nicht liest) besteht darin, daß er nur sein eines Leben lebt und leben wird, während wir sehr viele Leben gelebt haben werden. […] Lesen hilft auch, den Büchern nicht zu glauben. Der Analphabet, der nicht… Analphabetisch weiterlesen
Wer wir waren
»Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.« – Roger Willemsen, Wer wir waren
Funkloch
„Viele von uns konnte nach einiger Zeit nur noch die Großstadt mit ausreichend Reizen ernähren. Das Dorf machte Angst wie der Wald oder das Funkloch. Denn dort trat ein Lärm hervor, der hinter dem Lärm der Metropolen unüberhörbar geworden war: die Stille, das Schweigen zwischen denen, die sich nichts zu sagen hatten, Floskeln hervorbrachten, Effekte… Funkloch weiterlesen