»Ich dachte er will sich entschuldigen. Alles auf den Wein schieben. Sagen, dass er nicht wisse, was in ihn gefahren sei. Dass wir beide hätten draufgehen können. Ganz leise ist er an die Couch herangetreten. Ich liege mit geschlossenen Augen und genieße es, wie sein warmer Finger meine Wange streichelt. Er macht das so verdammt… Abbitte weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
In Fesseln
Für den, der nächtlich in ihr schlafen soll, So kahl die Zelle schien, so reich an Leben Sind ihre Wände. Schuld und Schicksal weben Mit grauen Schleiern ihr Gewölbe voll. Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, Ist unter Mauerwerk und Eisengittern Ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern, Das andrer Seelen tiefe Not enthüllt. Ich… In Fesseln weiterlesen
Fortgang
»Ich möchte jetzt gern von dem sprechen, was mir noch übrigbleibt, Abschied nehmen, aufhören zu sterben.« – Samuel Beckett
Führig
»Wie der Schatten dem Körper folgt, so folgt die Dummheit der Macht.« – Paul Valery
Irrgang
»Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners zu verteidigen versuchen.« – Jean Paul
Nullsummenspiel
»Ein Tag mehr ist ein Tag weniger.« – Hanns Dieter Hüsch
Spanner
»Manche Leute sprechen aus Erfahrung – und manche aus Erfahrung nicht.« – Curt Goetz
Spagat
»Menschen wünschen sich Unsterblichkeit und wissen nicht was sie an einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen sollen.« – Hans-Peter Zimmermann
Sterbewesen
»So sterben auch die Menschen zuweilen, ehe sie ihr Totsein durch ihren Leichnam beweisen können. Der Umstand, daß du nicht meinen entseelten Leib vor Augen hast, ist noch keine Garantie dafür, daß ich am Leben bin.« – Constantin Virgil Gheorghiu
Erregung
»Doch erst seit ich nicht mehr lebe, denke ich an solche und andere Dinge. In der Stille, in der meine langsame Auflösung sich vollzieht, schaue ich zurück auf die lange, wilde Erregung, aus der mein Leben bestanden hat.« – Samuel Beckett