Das Gehirn meines Vaters Während meine Frau einen Krankenstuhl aus dem Heim holte, saß mein Vater neben mir und musterte das Portal, das ihn nun zurückerwartete. «Lieber gar nicht erst raus», sagte er mit kräftiger, klarer Stimme, «als hinterher wieder rein.» Das war keine wirre Äußerung, sie bezog sich direkt auf seine Situation und erweckte… Sinnfenster weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
Wegtauchen
Das Gehirn meines Vaters Mein Vater war ein sehr verschlossener Mensch, und die Verschlossenheit hatte für ihn den Sinn, sein beschämendes Innenleben vor fremden Blicken zu verbergen. Konnte es für ihn etwas Schlimmeres geben als die Alzheimer-Krankheit? In ihren frühen Stadien löste sie die persönlichen Bindungen auf, die ihn vor den gravierendsten Folgen des depressiven… Wegtauchen weiterlesen
Leerstellen
Das Gehirn meines Vaters Aber die Neigung, aus Bruchstücken ein Ganzes zu konstruieren, ist eine Grundeigenschaft unseres Verstandes. Wir haben einen blinden Fleck im Sehfeld, wo der Sehnerv auf die Netzhaut trifft, aber das Gehirn liefert uns ein lückenloses Bild der Außenwelt. Wir fangen Wortfragmente auf und hören die Wörter vollständig. Wir sehen dämonische Fratzen… Leerstellen weiterlesen
Erinnerungswert
Das Gehirn meines Vaters Alle Erinnerungen, sagen die Neuropathologen, sind Erinnerungen an Erinnerungen. – Jonathan Franzen, Anleitung zum Einsamsein
Altersschwachsinn
Das Gehirn meines Vaters »Da immer weniger Menschen am Herzinfarkt oder an Infektionskrankheiten sterben, werden sie alt genug, um im Altersschwachsinn zu enden.« – Jonathan Franzen, Anleitung zum Einsamsein
22072-9394
22072-9354
22072-9365
22072-9366
Herbst
»Das Unglück der Dummen ist, dass sie das, was nicht dumm ist, für dumm halten.« – Lü Bu We