»Es ist kein Wunder, dass ich keinen Vater hatte und dass ich, schon zwanzig Jahre bevor ich das Licht erblickte, eines Nachts gestorben war. Und dass meine einzige Rettung ist, dass ich zum Sterben an den Ort zurückkehre, wo mein Leben schon aufgehört hatte, ehe es begann.« – William Faulkner, Licht im August
Autor: Thomas Brucher
Unwissenheit
»Er wusste nicht, dass sie weinte, weil er nicht wusste, dass erwachsene Menschen weinten, und als er das lernte, hatte die Erinnerung sie vergessen.« – William Faulkner, Licht im August
Fotografieren
Untitled
Ein junger Mann kommt zu einem Rabbi mit der Frage: „Was kann ich tun, um die Welt zu retten?“ Der Weise antwortet: „So viel, wie du dazu beitragen kannst, dass morgens die Sonne aufgeht.“ „Aber was nützen dann all meine Gebete und meine guten Taten, mein ganzes Engagement?“, fragt der junge Mann. Darauf der Weise:… Untitled weiterlesen
Licht im August
»Auf der weiten, leeren, von Schatten verdüsterten Straße sah er aus wie ein Phantom, ein Geist, der aus seiner eigenen Welt weggelaufen war und sich verirrt hatte.« – William Faulkner, Licht im August
Betontermaßen
»Es war nichts, was sich gegen ihn persönlich richtete, betonten sie alle. Er hatte einfach Pech. Er war glücklos geboren.« – William Faulkner, Licht im August
Sowohl
»Und selbst ein Lügner kann vor lauter Angst die Wahrheit sagen, so wie ein ehrlicher Mensch gefoltert werden kann, bis er lügt.« – William Faulkner, Licht im August
Phantasma
»Wozu dient das Objekt? Dazu, der Angst eine sexuelle Existenz zu verleihen. Narziß gelingt das nicht. Er ist in einer anderen Dimension. Seine nicht an ein Objekt gebundene Angst kehrt zu ihm zurück, und wenn er in diesem Zurückschnellen erkennt, daß der andere in der Quelle nur er selbst ist, hat er einen psychischen Raum… Phantasma weiterlesen
Eurydike
»Die Geschichte von Eurydike ist mißverstanden worden. Die Geschichte handelt eigentlich von der Einsamkeit des Todes. Eurydike ist in ihrem Totenhemd in der Hölle. Sie glaubt, Orpheus liebe sie genug, um sie retten zu kommen. Doch am Ende ist Orpheus‘ Liebe nicht stark genug. Orpheus läßt die geliebte Frau zurück und kehrt zum eigenen Leben… Eurydike weiterlesen
Dionysisch
»Das Element der Zerreißung und Zerfleischung, das zum Kern des Dionysosmythos gehört, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Thematik des Oralen, die für den Mythos wie für den Kult des Gottes in beherrschendem Ausmaße kennzeichnend ist.“ Die Oralität besteht in der Einverleibung des geliebten Objekts und seiner eruptiven Ausstoßung. Es gibt kein Behalten zwischen Aufnehmen und… Dionysisch weiterlesen