»Als Dionysos umherirrte, um seine Mutter Semele in der Unterwelt zu suchen, traf er einen Jüngling namens Prosymnos, der sich erbot, ihm den Weg zur Unterwelt zu zeigen, wenn er ihm zu Willen wäre. Dionysos erklärte sich dazu bereit, wenn er aus der Unterwelt zurückgekehrt sei. Darauf zeigte ihm der Jüngling den Weg, und Dionysos… Prosymnos weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
Intolerabel
»Es ist der menschlich intolerable Tod, der Widerspruch des gewussten Todes, das Urtrauma der Sterblichkeit, welches das Urphantasma der Urabwehr Todestrieb, introjektiv wie zumal projektiv, provoziert; zumal projektiv, denn in der tötenden Usurpation des Todes, der Krake dieses Gottes, der Allausbreitung des Kriegs über die ganze Erde, vollendet sich die Apotheose von Menschheit – apokalyptisch… Intolerabel weiterlesen
Denkbar
»Der »Versuch« – zu verstehen als eine verändernde Erprobung seiner selbst und nicht als vereinfachende Aneignung des anderen zu Zwecken der Kommunikation – ist der lebende Körper der Philosophie, sofern diese jetzt noch das ist, was sie einst war: eine Askese, eine Übung seiner selbst, im Denken.« – Michel Foucault, Der Gebrauch der Lüste
Andersartig
»Die Philosophie, was ist sie, wenn nicht eine Weise, nicht so sehr über das was wahr oder falsch ist zu reflektieren als über unser Verhältnis zur Wahrheit. (…) Denn Philosophie ist eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich nicht ohne Anstrengung und Zögern, nicht ohne Träume und Illusionen von dem freimacht, was für wahr gilt,… Andersartig weiterlesen
Zurückgang
»Denn Philosophieren heißt suchen, und das impliziert, daß es Dinge zu sehen und zu sagen gibt. Heute aber sucht man kaum. Man »geht zurück« auf die eine oder andere Tradition, man »verteidigt« sie. Unsere Überzeugungen fußen weniger auf erkannten Werten oder Wahrheiten, als auf den Lastern und Irrtümern derer, die wir ablehnen. Wir lieben wenige… Zurückgang weiterlesen
Krankheit leben
»Irgendwann sucht man sich einen letzten Ort, der wie eine Rückkehr zu sich selbst ist, wo man sich von dem befreit, wozu einen das Leben gezwungen hat. Es muss nicht eine Hütte in den Wäldern sein, es kann auch eine Krankheit sein.« – Manfred Köhler
Bernardo Soares
»All das, was wir unter unsere höheren Tätigkeiten rechnen, all das hat am Tode Anteil, all das ist Tod. Was ist das Ideal anderes als das Eingeständnis der Wertlosigkeit des Lebens? Was anderes ist Kunst als die Verneinung des Lebens. Eine Statue ist ein toter Körper, geschaffen, um den Tod in einem unvergänglichen Stoff festzuhalten.… Bernardo Soares weiterlesen
Fortgehn
»Doch die wahren Reisenden sind jene nur, die fortgehn um des Fortgehns willen; leichte Herzen, Fluggondeln gleich, folgen sie unverwandt, wohin sie das Verhängnis treibt, und immer »Vorwärts!« sagen sie und wissen nicht warum.« – Charles Baudelaire, Die Blumen des Bösen
Freiheitsrausch
»Was erfahren werden kann, ist nur die Absurdität von Leben und Sterben und – wo der Freitod gewählt wird – ein absurder Freiheitsrausch. Dessen Erlebniswert ist nicht gering. Denn wie ein Blitz durchzuckt uns, wenn es so weit ist, die Erkenntnis, es war das Ganze das Unwahre. Erkennen, allein, das zu nichts taugt im Leben.… Freiheitsrausch weiterlesen
Verwandlungsnatur
»Das Wunderbare aber und für den Menschen nicht zu Missende an der wahren Verwandlung ist ihre Freiheit. Da eine Verwandlung zu allem, also in jede Richtung möglich ist, ist nie vorauszusehen, zu welcher es wirklich kommt. Man steht an einem Scheideweg, der sich in hundert Möglichkeiten eröffnet und weiß – das ist das Wichtigste –… Verwandlungsnatur weiterlesen