Das Gehirn meines Vaters Mein Vater war ein sehr verschlossener Mensch, und die Verschlossenheit hatte für ihn den Sinn, sein beschämendes Innenleben vor fremden Blicken zu verbergen. Konnte es für ihn etwas Schlimmeres geben als die Alzheimer-Krankheit? In ihren frühen Stadien löste sie die persönlichen Bindungen auf, die ihn vor den gravierendsten Folgen des depressiven… Wegtauchen weiterlesen
Kategorie: Leben oder Tod
Leerstellen
Das Gehirn meines Vaters Aber die Neigung, aus Bruchstücken ein Ganzes zu konstruieren, ist eine Grundeigenschaft unseres Verstandes. Wir haben einen blinden Fleck im Sehfeld, wo der Sehnerv auf die Netzhaut trifft, aber das Gehirn liefert uns ein lückenloses Bild der Außenwelt. Wir fangen Wortfragmente auf und hören die Wörter vollständig. Wir sehen dämonische Fratzen… Leerstellen weiterlesen
Erinnerungswert
Das Gehirn meines Vaters Alle Erinnerungen, sagen die Neuropathologen, sind Erinnerungen an Erinnerungen. – Jonathan Franzen, Anleitung zum Einsamsein
Altersschwachsinn
Das Gehirn meines Vaters »Da immer weniger Menschen am Herzinfarkt oder an Infektionskrankheiten sterben, werden sie alt genug, um im Altersschwachsinn zu enden.« – Jonathan Franzen, Anleitung zum Einsamsein
Zweifelsfrei
»Nicht die Vergangenheit stirbt mit jedem von uns, sondern die Zukunft.« – Carlos Fuentes
Chroniker
9.3.2020 17:00 Sind wir verrückt, weil wir alles aufschreiben, oder schreiben wir alles auf, weil wir verrückt sind? – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur
Einbekenntnis
RÜCKBLENDE, TEIL 1: DAS KRANKENHAUS Das Eingeständnis der kompletten Sinnlosigkeit des eigenen Lebens. Nichts Neues, aber so grauenvoll war es selten. – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur
Unterpfand
21.12.2010 22:47 Unser Name im Telefonbuch, Beweis unserer Existenz. – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur
Gemengelage
15.2.2011 11:37 Die Zukunft ist düster. Der Held stirbt. Die Dummheit siegt. – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur
Selbstüberredung
RÜCKBLENDE, TEIL 2: EINE NACHT Eine Infragestellung der Existenz, eine nicht mehr bloß abstrakte Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit im Angesicht der Unendlichkeit und eine Selbstüberredung zum Leben. – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur