Labyrinth der Einsamkeit

»In einer Epoche kollektiver Arbeit, kollektiven Gesanges und kollektiven Vergnügens ist der Mensch einsamer denn je. Denn der moderne Mensch gibt sich seinem Tun nicht völlig hin. Immer bleibt ein Teil seiner selbst, und zwar der tiefste, unberührt auf der Lauer. Im Jahrhundert der Aktion lauert der Mensch sich selber auf. Die Arbeit, der einzige… Labyrinth der Einsamkeit weiterlesen

Genialität

»Und was nach außen hin als Kreativität erscheint, ist im Inneren ein Nagen an sich selbst. Was von außen besehen beneidenswert ist, ist im Inneren ein zutiefst erbitterter Zustand. Die echte Genialität vernichtet sich selbst – und es bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit dem Tod ein Bündnis einzugehen. Die Genialität führt den Menschen… Genialität weiterlesen

Unverstandensein

»Jedes Mal war dem Abreißen einer Maske, dem Zusammenbruch eines Ideals diese grausige Leere und Stille vorausgegangen, die tödliche Einschnürung, Vereinsamung und Beziehungslosigkeit, diese leere, öde Hölle der Lieblosigkeit und Verzweiflung, wie ich sie auch jetzt wieder zu durchwandern hatte. Bei jeder solchen Erschütterung meines Lebens hatte ich am Ende etwas gewonnen, das war nicht… Unverstandensein weiterlesen

Freiheit

»Freiheit ist die Möglichkeit zur Isolation. Du bist frei, wenn du dich von den Menschen fernhalten kannst und nichts dich zwingt, ihre Nähe zu suchen, weder Geld noch Herdentrieb, weder Liebe, Ruhm noch Neugier, die in Stille und Einsamkeit keine Nahrung finden können. Ist es dir unmöglich, allein zu leben, bist du zum Sklaven geboren.«… Freiheit weiterlesen

Gnadenport

»Es liegt eine sonderbare Befriedigung darin, den tiefsten Grund der Verzweiflung erreicht zu haben; das Übermaß an Unglück schafft etwas wie Sicherheit, eröffnet einen Gnadenport, an den die scheiternde Seele nicht mehr zu glauben wagt. Es gibt eine Art von seelischer Not, die sichere Zuflucht, ein bestimmtes Maß an Verlassenheit, das endlich Ruhe bedeutet.« –… Gnadenport weiterlesen

Langeweile

»Nichts ist dem Menschen so unerträglich, wie in einer völligen Ruhe zu sein, ohne Leidenschaft, ohne Tätigkeit, ohne Zerstreuung, ohne die Möglichkeit, sich einzusetzen. Dann wird er sein Nichts fühlen, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unablässig wird aus der Tiefe seiner Seele die Langeweile aufsteigen, die Niedergeschlagenheit, die Trauer, der… Langeweile weiterlesen

Einbahnstraße

»In einer Liebe suchen die meisten ewige Heimat. Andere, sehr wenige aber das ewige Reisen. Diese letzten sind Melancholiker, die da Berührung mit der Muttererde zu scheuen haben. Wer die Schwermut der Heimat von ihnen fern hielte, den suchen sie. Dem halten sie Treue. Die mittelalterlichen Komplexionenbücher wissen um die Sehnsucht dieses Menschenschlages nach weiten… Einbahnstraße weiterlesen

Schwermut

»Die Schwermut kann vieles, alles, Wunderbares, ja sie tut unaufhörlich Wunder, der Mensch darf sie nur nicht, um keinen Preis mit einem anderen Menschen teilen, denn die Schwermut ist der Widerspruch des Menschen mit sich selbst. Die Menschen können sich in der Liebe, im Hass, im Glauben, im Zweifeln einen, aber niemals in der Schwermut,… Schwermut weiterlesen

Ergänzungsfrage

»Unser Ziel ist nicht, ineinander überzugehen, sondern einander zu erkennen und einer im andern das sehen und ehren zu lernen, was er ist: des anderen Gegenstück und Ergänzung.« – Hermann Hesse