28 Das Loch im Hintern. Man kann es anders sagen, zum Beispiel wie Guillaume Apollinaire: das neunte Tor deines Körpers. Sein Gedicht über die neun Tore des Körpers der Frau gibt es in zwei Fassungen: die erste schickte er seiner Geliebten Lou, in einem Brief, den er ihr am 11. Mai 1915 aus dem Schützengraben… Perlenberge weiterlesen
Autor: Thomas Brucher
Avenidas
Alleen Alleen und Blumen Blumen Blumen und Frauen Alleen Alleen und Frauen Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer – Eugen Gomringer
Jammerfasten
»Beklage dich nicht, wenn du im Leben zu kurz kommst. Dafür geht es anderen ja besser.«
Zuverʃʒicht
»Das ist beinahe traurig, aber es ist für mich wirklich erlebte Erfahrung; es gehört zu meiner Resignationsphilosophie. Nervöse Menschen kann es aber auch zu einem seltsamen Suchen und Sehnen führen, schmerzlich und ohne Zuversicht, aber doch ohne Ende.« – Hugo von Hofmansthal, Age of innocence
Stille Post
»das sprechen schmerzt, jedes wort tut weh, jeder satz begrenzt mich, weil dieser abstrakte vorgang von mir verlangt, meine empfindungen in begrifflichkeiten einzulegen. wie früchte im einmachglas werden meine gefühle sodann von mir gekocht, zerkocht, scheinbar unverderblich konserviert, luftdicht verschlossen, vakuum. von außen sichtbar oder beschriftet, was sich im inneren befindet, beim lesen die vage… Stille Post weiterlesen
Reflexion
Prüderie
»So war im letzten Grund jene Generation, der man jede Aufklärung und jedes unbefangene Beisammensein mit dem anderen Geschlecht prüde untersagte, tausendmal erotischer disponiert als die Jugend von heute mit ihrer höheren Liebesfreiheit. Denn nur das Versagte beschäftigt das Gelüst, nur das Verbotene irritiert das Verlangen, und je weniger die Augen zu sehen, die Ohren… Prüderie weiterlesen
Sargnagel
Moment Aufnahme
»Die Fotografie gilt als sicherstes Indiz einer Vergangenheit, die nicht mehr existiert, als fortexistierender Abdruck eines vergangenen Augenblicks.« – Aleida Assmann
Zwischenzeit
»Wenn einer die Toten bemitleidet, so muß er auch die noch nicht Geborenen bemitleiden.« – Seneca