Unschuldslos

»Ich ging zur Tür; ich konnte mein Leben nicht einsetzen, ich konnte nicht mit ihnen lächeln, nie waren Tränen in meinen Augen, nie Feuer in meinem Herzen. Ein Mensch von nirgendwoher, ohne Vergangenheit, ohne Zukunft und ohne Gegenwart. Ich wollte nichts, ich war niemand. Ich ging Schritt für Schritt dem Horizont zu, der immer von mir entwich; die Wassertropfen sprühten auf und sanken wieder hinab, ein Augenblick vernichtete ewig den anderen, meine Hände blieben immer leer. Ein Fremder war ich, ein Toter. Sie waren Menschen, sie lebten. Ich war keiner der Ihren. Ich hatte nichts zu hoffen, ich ging zur Tür hinaus.«
– Simone de Beauvoir, Alle Menschen sind sterblich

Der letzte Atemzug

Zeit seit Versorgungsabbruch der “Nabelschnur“: 36 Minuten 25 Sekunden. Der letzte Atemzug – Gefangen am Meeresgrund In über 100 Meter Tiefe auf dem Boden der Nordsee: Berufstaucher Chris Lemons steckt fest, mit Sauerstoff für gerade mal fünf Minuten – und ohne Aussicht auf Rettung unter 30 Minuten. Mit spektakulärem Archiv-Material erzählt der Film die wahre… Der letzte Atemzug weiterlesen

unerhört

»…und noch bevor ich ihn gehört habe,
ist er schon wieder erloschen.
Ein stummer Schrei.«

Ruhe Punkt

»Der Tod ist die Befreiung und das Ende von allen Übeln, über ihn gehen unsere Leiden nicht hinaus; er versetzt uns in jene Ruhe zurück, in der wir lagen, ehe wir geboren wurden.«
– Seneca

Schuld Gefühl

»Wir lieben, gewöhnen uns, lieben anders, lieben weniger, und – da ist plötzlich ein Gefühl, die Möglichkeit eines Gefühls, ein Echo aus lange vergangener Zeit, ein seliges Sehnen, und ich frage dich: Bin ich schuld? Ist man schuld an Gefühlen? Du hättest sicher gesagt: Man muss sich ja nicht darauf einlassen. Danke. Vielen Dank. Man… Schuld Gefühl weiterlesen

Abgebetet(e)

»Ein Mandarin war in Liebe zu einer Kurtisane entbrannt. „Ich werde Euch angehören, sagte sie, wenn Ihr in meinem Garten, unter meinem Fenster, auf einem Schemel sitzend, hundert Nächte meiner harrend verbracht habt.“ Aber in der neunundneunzigsten Nacht erhob sich der Mandarin, nahm seinen Schemel unter den Arm und machte sich davon.«
– Roland Barthes, Fragmente einer Sprache der Liebe